Samstag, 6. Juni 2009

Kanutour in Hällefors

Hej!

Nach einem wunderschönen, frühsommerlichen Pfingstwochenende stand auch schon das nächste Abenteuer auf dem Programm: eine Kanutour auf dem Fluss Svartälven in Hällefors. Hällefors liegt in Mittelschweden rund 275 km von Stockholm entfernt und befindet sich im letzten Winkerl der Region Örebro Län.

Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung...

Nachdem wir noch so sehr von der Sonne verwöhnt waren, machte uns die schlechte Wettervorhersage für den Zeitraum von 04.06. bis zum schwedischen Nationalfeiertag am 06.06. doch etwas nervös. Ausgestattet mit Regenponjo und wasserdichten Behältern machten wir fünf (Andras, Daniel, Patrick, Ziad und ich - aber leider ohne Floris) uns daher mit dem Morgenbus auf eine sechsstündige Reise nach Hällefors, wo wir gegen halb drei bei strömenden Regen ankamen. Der niederländische Besitzer des Kanucenters war so nett uns abzuholen und uns bei Kaffee und Keksen eine erste Einführung über mögliche Touren zu geben.

Auf dem nördlichen Teil der Svartälven kann man sich kanumäßig ordentlich austoben

Die 33 km lange Tour auf dem nördlichen Arm der Svartälven, die er uns empfahl, sollte sich dann auch in zwei Tagen als schaffbar herausstellen. Nachdem wir brav unsere 440 SEK pro Person gezahlt und unser Zeug in wasserdichten Fässern verstaut hatten, wurden wir auch schon zur Älvsjöhyttan, unserem Ausgangspunkt, transportiert.

04.06.: Transport zur Älvsjöhyttan,...

04.06.: ...dem Startpunkt unserer Reise

Survivalcamp "Vraket"

Im Regen bewältigten wir unsere erste, kürzere Etappe dann auch recht flott, womit wir nach etwa 10 km bzw. etwas weniger als zwei Stunden paddeln bei unserem ersten Lager in Vraket ankamen.

04.06.: Unser feines Camp Vraket

04.06.: Idyllisch, oder?

04.06.: Feuer machen im Regen - und mit etwas Hilfe ;-)

04.06.: Für Nachschub musste natürlich auch gesorgt werden

04.06.: Unser Kühlschrank

04.06.: Erkundung der Umgebung

Das erwies sich als gut ausgestattet mit Feuerholz, Unterstand und Plumpsklo, womit einer netten, wenn auch kalten Nacht im Freien nichts im Wege stand. Einzig meine Entscheidung für den Sommerschlafsack hab ich bitter bereut - da lernt man ein nettes Feuer gleich richtig zu schätzen.

04.06.: Wie sehr man doch so ein Feuer zu schätzen lernt...

04.06.: Auch wenn es auf dem Foto leider nicht wirklich rüberkommt - da wars schon nach Mitternacht und noch immer hell

05.06.: Katzenwäsche nach einer kurzen und kalten Nacht

05.06.: Baked Beans zum Frühstück

Paddeln bis zum Umfallen


Gegen Mittag machten wir uns dann am nächsten Tag auf den Weg, um die zweite Etappe zu bewältigen. Mit dem Ziel im Hinterkopf, die Etappe vor 19 Uhr zu beenden und die Boote bereits da zurückzugeben, um den letzten Bus nach Stockholm zu erwischen, paddelten wir geradezu um Leib und Leben.

05.06.: Packen für die Schlussetappe

05.06.: Und dann wurde gepaddelt...

05.06.: ...und gepaddelt...

05.06.: ...und gepaddelt.

05.06.: Zwischendurch blieb aber auch Zeit, um die Natur zu genießen

05.06.: Der Örlingsdammen,...

05.06.: ...der natürlich auf dem Landweg überquert werden musste

05.06.: Mit den Rädern geht das ziemlich flott und ohne große Probleme

05.06.: Nach 6 Stunden, gegen 18 Uhr, waren wir dann wieder zurück in Hällefors beim Kanucenter

Kurz vor Mitternacht war ich dann auch schon wieder zurück in meinem Zimmer in Stockholm und zwei Spitzentage in der Natur lagen hinter mir. Es stimmt also doch: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Ausrüstung (und eventuell schlechte Stimmung)...

Mvh, Bernhard

Samstag, 30. Mai 2009

Roadtrip nach Norwegen

Hej!

Nachdem ich Skandinavien und ein kleines Stückchen des Baltikums schon zu Fuß sowie per Bus, Bahn, Hundeschlitten, Schneemobile und Flugzeug erkundet habe, stand in der dritten Maiwoche von 18.05. bis 23.05. eine Fahrt mit dem Mietauto nach und durch Norwegen auf dem Programm.

Tag 1: Stockholm - Oslo

Eine 5-köpfige Gruppe, die ausnahmslos aus Österreichern (Ernst, Dominik, Sonja, Ziad und meine Wenigkeit) bestand, machte sich gegen halb neun Uhr morgen mit einem feschen Volvo V70 auf in Richtung Norwegen. Die ersten vernachlässigbaren Schwierigkeiten mit der ungewohnten Automatikschaltung haben wir dabei genaus schnell wie Stockholm hinter uns gelassen. Wobei, schnell ist da bei Tempolimits um die 100 km/h oder 110 km/h wohl relativ, angenehm war es allemal. Angesichts der zu erwartenden Strapazen haben wir uns für vier potentielle Fahrer entschieden, um ausreichend wechseln zu können - was dann gemeinsam mit der Frage, wer hinten in der Mitte sitzen "darf", zu einem ausgeklügelten "Schichtsystem" geführt hat. ;-)

18.05.: Mit unserem gemieteten Volvo V70 starteten wir in Richtung Norwegen

Gegen 16 Uhr erreichten wir nach ruhiger Fahrt die norwegische Hauptstadt, wo wir mit nur einmal falsch abbiegen dann auch unser nettes Hostel erreichten. Da unser Zeitplan alles in allem relativ knapp bemessen war, ging es nach einer kurzen Pause auch gleich weiter zum Sightseeing, wo sich uns ein kühles aber schönes Oslo präsentierte.

18.05.: Stadtrundgang durch Oslo am ersten Abend

18.05.: Storting - das norwegische Parlament

18.05.: Universitetet i Oslo

18.05.: Das Königliche Schloss

18.05.: Vestbanestasjonen - das Nobel-Friedenszentrum

18.05.: Das Osloer Rathaus

18.05.: Mr. Franklin D. Roosevelt

18.05.: Das neue Operhaus...

18.05.: ...mit begehbarem Dach

Aufgrund der Reisestrapatzen und der "interessanten" Bierpreise (54 NOK bzw. ca. 6,10 €) habens Ziad, Sonja und ich dann auch bei einem Bier im Olympen belassen und den ersten Abend relativ früh beendet.

Tag 2: Oslo - Bergen

Diese Etappe von Oslo an die norwegische Westküste sollte die längste, aber auch die schönste werden. Wenn man dabei der E7 konsequent folgt (was nichts anderes bedeutet, als sich einmal zu verfahren und nicht den kürzesten, vom Routenplaner vorgeschlagenen Weg zu nehmen), fährt man durch aufregende und abwechslungsreiche Landschaften. Das Besondere dabei ist, dass sich der Landschafts- und Klimatyp fast im Halbstundentakt ändert - von Seen zu Wäldern, rauf in verschneite Gebirge, wieder runter über enge Schluchten in wunderschöne Fjorde und entlang von engen Küstenstraßen.

19.05.: Fahrt nach Bergen durchs Landesinnere entlang der E7...

19.05.: ...vorbei an Seen...

19.05.: ...und Flüssen...

19.05.: ...und am Gardnos Meteoritenpark,...

19.05.: ...wo wir im Krater ein bisschen herumspazierten.


19.05.: Mittagspause im Skiort Geilo

19.05.: Danach ging es weiter ins Gebirge,...

19.05.: ...wo noch immer ausreichend Schnee lag.

19.05.: Eine gute Stunde später ging es schon wieder über eine Schlucht...

19.05.: ...zurück auf Meeresniveau zum Eidfjord

Nachdem wir dann unser Hostel in Bergen nach über 10 Stunden Fahrtzeit und - ganz klassisch - einmal verfahren erreicht hatten, blieb nicht mehr viel Zeit als die nette Aussicht auf Bergen zu genießen und den Abend mit Kartenspielen ausklingen zu lassen.

20.05.: Das Hostel Montana, etwa 5 km außerhalb von Bergen auf einem Berg...

19.05.: ...mit Spitzenausblick auf die Stadt!

Tag 3: Bergen - Stavanger - Prejkestolen

Auch der Zeitplan des dritten Tages war dicht gedrängt, wobei die knapp fünfstündige Autofahrt diesmal zu den kürzeren Etappen zählte.
Am Beginn stand eine dreistündige Sightseeingtour durch Bergen, das oft als die schönste Stadt Norwegens bezeichnet wird. Der Titel "Regenreichste Großstadt Europas" (248 (!) Regentage im Jahr 2005) ist zwar nicht gerade verlockend, wir hatten aber Glück und erwischten einen ganz netten Tag.
Ein absolutes Muss ist das Hafenviertel Bryggen, das 1979 mit seinen Hansekontoren zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt wurde. Aber auch die angrenzenden Stadtviertel tragen zum besonderen Flair Bergens bei, wie uns der Stadtspaziergang Richtung Universität bewies.

20.05.: Blick auf den Bergener Hafen

20.05.: Die ehemaligen Hansekontore im Stadtteil Bryggen...

20.05.: ...die zum Weltkulturerbe erklärt wurden...

20.05.: ...und die in mühevoller Handarbeit renoviert werden müssen.

20.05.: Festung

20.05.: Stadtspaziergang durch die netten Gassen und Straßen...

20.05.: ...zum Stadtpark...

20.05.: ...und zur Universität,...

20.05.: ...wobei insbesondere das dortige Stadtviertel...

20.05.: ...einen ganz besonderen Charme versprüht.

Mittags ging es dann entlang der norwegischen Westküste über die E 39 und teilweise per Autofähren, Unterwassertunnel und Brücken weiter Richtung Stavanger.

20.05.: Am Nachmittag ging es weiter Richtung Stavanger...

20.05.: ...per Autofähre...

20.05.: ...und über Brücken und Unterwassertunnel

Unser dicht gedrängter Zeitplan und ein kurzer Stau verhinderten leider eine nähere Erkundung der "Ölhauptstadt Norwegens", da wir uns beeilen mussten, um die Autofähre nach Tau zur Prejkestolhytta zu erwischen.

20.05.: Stavanger - leider nur vom Wasser aus gesehen

20.05.: Bohrinsel in der Nähe von Stavanger

Bei der Preikestolhytta handelt es sich um ein Camp und den Ausgangspunkt für die Wanderungen rauf auf den Preikestolen, wo sich auch unser Hostel und ein Hotel befanden.

20.05.: Preikestolhytta - Ausgangspunkt für die Wanderungen rauf auf den Preikestol,...

20.05.: ...wo sich auch unser Hostel...

20.05.: ...- malerisch an einem Gebirgssee gelegen - befand.

20.05.: Chillen am Abend vor dem großen Aufstieg

Tag 4: Preikestolen - Søgne

Beim Preikestolen ("Predigtstuhl") handelt es sich um einen Felsen, der in 600 Meter Höhe in den Lysefjord hinausragt. Da man diesen spektakulären Ausblick in etwas weniger als zwei Stunden von der Preikestolhytta aus erreichen und genießen kann, ist er natürlich ein beliebtes Touristenziel und an schönen Tagen relativ überlaufen. Daher setzten wir uns relativ früh in Bewegung, um an diesem Feiertag (Christi Himmelfahrt) vor den Massen und noch möglichst ohne Regen am Vormittag zu erklimmen. Gegen 10 Uhr hatten wir beide Ziele auch ohne größere Probleme erreicht.

21.05.: Am nächsten Morgen ging der Aufstieg los,...

21.05.: ...der etwas weniger als zwei Stunden dauerte.

21.05.: Der letzte größere Anstieg...

21.05.: ...bevor sich der Lysefjord vor einem auftut,...

21.05.: ...über den sich der 600 m hohe Preikestolen ("Predigtstuhl") erhebt.

21.05.: Gipfelsieg!

21.05.: Gipfelrast

21.05.: Ich hielt etwas mehr Respektabstand...

21.05.: ...als etwa Ziad...

21.05.: ...und genoß die Spitzenaussicht über den Lysefjord

Nach diesem Höhepunkt unserer Rundreise ging es dann weiter an die Südküste Norwegens, genauer nach Søgne, wo uns eine feine Hütte auf einem Campingplatz - wohl die beste Unterkunft unseres Trips - erwartete. Der Himmel lies sogar einmal die Sonne für längere Zeit durch, was uns erlaubte, auch mal unsere mitgebrachten Einweggriller zu verwenden und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

21.05.: Am Sandstrand in Mandal - die Ostsee war trotzdem wärmer als die Nordsee...

21.05.: Unsere feine Campinghütte,...

21.05.: ...wo das Wetter endlich auch mal eine Grillerei zuließ

Tag 5: Søgne - Kristiansand - Oslo

Die vorletzte Etappe sollte dazu dienen, unseren Kreis durch Norwegen zu schließen und entlang der Südküste wieder zurück nach Oslo in unser erstes Hostel. Dabei machten wir auch einen Zwischenstop in Kristiansand, der fünftgrößten Stadt Norwegens bzw. der größten in dieser Region.

22.05.: Festung in Kristiansand - leider an diesem Tag geschlossen

22.05.: Dom

22.05.: Hauptplatz

22.05.: Das älteste Stadtviertel Kristiansands

Da sich das Wetter leider nicht allzu fein präsentierte, blieb es nur bei einem kurzen Aufenthalt und wir machten uns nach zwei Stunden auf den Weg in die Hauptstadt. Landschaftlich war diese Etappe, die wir hauptsächlich entlang der Autostraße/Autobahn E 18 absolvierten, bei weitem nicht so spektakulär wie die vorangegangenen. Mangels einer guten Straßenkarte oder eines GPS haben wir einen angedachten Abstecher in die angrenzende Landschaft Telemark dann doch unterlassen - mindestens 5 Stunden Autofahrt pro Tag hinterlassen halt auch ihre motivationstechnischen Spuren.

22.05.: Das letzte Bier in Norwegen um etwa € 6

Tag 6: Oslo - Stockholm

Unsere Rückreise am Samstag war dann auch nur mehr von dem Wunsch geprägt, so schnell als möglich nach Stockholm zurückzukehren, das Auto in der Hertzfiliale zurückzubringen und den Abend noch nutzen zu können.

23.05.: Back in Stockholm nach 2421 km

Auch diese Art Skandinavien zu erkunden, war wieder mal ein Erlebnis für sich - 6 Tage für die 2421 km waren aber die absolute Untergrenze für einen derartigen Trip. Die Flexibilität eines Mietautos ermöglichte uns, doch einige Plätze ohne großen Aufwand zu erkunden, die wir sonst nur schwer erreicht hätten. Der Faktor 5 bei den Auto- und Spritkosten half zudem, die Reisekosten im teuren Norwegen auf ein erfreuliches Minimum zu drücken.

Mvh, Bernhard

Freitag, 29. Mai 2009

Frühling und Frühsommer in Stockholm

Hej!

Mein letzter Beitrag hat sich ja ausführlich mit Valborg, dem Frühlingsfest in Uppsala beschäftigt. Der Optimismus und die Lebensfreude, die von diesen Feierlichkeiten ausgehen, hängen wohl mit den sich rapide änderenden Licht- und Klimaverhältnissen zusammen. Hier ein kurzer Vergleich, wie es bei mir in Lappis in den letzten Monaten ausgesehen hat:

27.02.: Wettermäßig war es das eine oder andere Mal durchaus deprimierend

11.03.: Dann schon lieber Schnee in Lappis

01.05.: Der Frühling hat sich endlich (!) und endgültig durchgesetzt

06.05.: Regen gibt's natürlich auch mal - wenn auch (zumindest gefühlt) nicht so oft

29.05.: Die ersten frühsommerlichen Tage

Squvalp

Aber nicht nur Studenten aus Uppsala verstehen was vom Bootbauen sondern auch KTH-Studenten. Am 9. Mai fand daher auch der traditionelle Squvalp am Riddarfjärden auf Kungsholmen statt, wo nicht weniger kreative Boote zu bewundern waren. Regeln gibt es aber noch weniger als in Uppsala, nachdem auch kein Parcours absolviert werden muss - der Spaß mit massenhaft Wasserbomben und Bier steht also im Vordergrund.

09.05.: Einige hundert Zuseher fanden sich beim Squvalp 2009 ein

09.05.: Was hier noch so zivilisiert aussieht...

09.05.: ...wird durch tatkräftige Mithilfe von außen...

09.05.: ...bald zu einem kunterbunten "Gemetzel".

BBQs allerorts

Nicht nur der gelernte Österreicher schätzt die feine Grillerei, weshalb sie auch hier an allen Ecken und Enden praktiziert wird. Sei es in Lappis selbst, am Lappis Beach oder in Nymble bei der Studentenvertretung - (etwas gewöhnungsbedürftige) Würstel, Hamburger, Ripperl und Koteletts wollen in Massen gebrutzelt und verzehrt werden.

03.05.: Grillparty für Austauschstudenten in Nymble...

03.05.: ... - leider ohne Käsekrainer

14.05.: Sowohl am Lappis Beach...

01.06.: ...als auch in Lappis selbst zählt der praktische Einweggrill um ca. 20 SEK zu den wichtigsten Accessoires...

01.06.: ...einer jeden Grillparty

Raus in die Natur und an den Strand


Die langen Tage und das warme Wetter (wenn auch deutlich kühler als in den vergangenen Rekordwochen in Österreich) verleiten in einer grünen Großstadtregion wie Stockholm mit vielen Süßwassersees und dem Meer natürlich zum Rausgehen bzw. -fahren. Das Semesterticket ist in ganz Stockholms Län gültig und das Regionalbus- und -bahnnetz gut ausgebaut, weshalb eine Reise auch an etwas abgelegenere Orte wie z.B. den Nationalpark in Tyresö südöstlich von Stockholm ziemlich einfach und schnell zu bewerkstelligen ist.

01.05.: Zum Eisessen in den zentralen Kungsträdgården am ersten Mai...

30.05.: ...oder einfach nur zum Genießen des Frühsommers

25.05.: Am Strand auf Långholmen,...

25.05.: ...einer der kleineren Stockholmer Inseln

26.05.: Diese kleine Insel im Nationalpark in Tyresö...

26.05.: ...eignete sich ebenfalls hervorragend zum Picknicken...

26.05.: ...und Sonnenbaden

Geburtstagsfeier in Osqvik

Meinen Geburtstag hab ich in Osqvik, ein Haus, welches der Studentenvertretung gehört und um 2100 SEK pro Nacht gemietet werden kann, gefeiert. Wir haben allerdings nur den Nachmittag und frühen Abend des 27.5. in dem Landhaus mit Sauna direkt am Meer verbracht, da am gleichen Abend auch das letzte Tentapub des Studienjahres stattfand.

27.05.: Osqvik, das Landhaus der THS

27.05.: Zur Feier des Tages wurde natürlich gegrillt...

27.05.: ...und geschlemmt

27.05.: Danach ging's weiter in die Sauna...

27.05.: ...- klassisch mit Bier...

27.05.: ...und Sprung ins - noch immer - kühle Wasser

27.05.: Chillout zum Kräftesammeln im Wohnzimmer...

27.05.: ..., das auch mit einer Bar ausgestattet ist

27.05.: Mein Geburtstagsgeschenk wurde auch (teilweise) an Ort und Stelle konsumiert,...

27.05.: ...bevor es dann mit dem letzten Bus zurück nach Nymble zum Tentapub ging

Der Kombination aus vorgezogener Geburtstags- und Prüfungsabschlussfeieren musste ich dann letztendlich dadurch Tribut zollen, dass ich meinen eigentlichen Geburtstag krank im Bett verbrachte. Aber wie sagt man so schön: It was totally worth it! ;-)

Ungarische Abschiedsfischsuppe in Sundbyberg


Die scharfe Ungarische Fischsuppe, welche uns Andras am nächsten Abend dann servierte, um uns zu beweisen, dass auch er kochen kann, lies mich zwar nicht unmittelbar gesunden, brachte aber eine nette Gelegenheit, um Dominik und Ernst nach Österreich zu verabschieden.

28.05.: Andras hat sich nicht lumpen lassen mit ausreichend Fisch vom Fischmarkt

28.05.: Allen schmeckt's sichtlich

28.05.: Abschiedsfoto mit Dominik

Gröna Lund

Mein Bruder besuchte mich über Pfingsten in Stockholm, was sich als ausgezeichnete Gelegenheit entpuppte, den Stockholmer Vergnügungspark Gröna Lund näher unter die Lupe zu nehmen. Das Tagesticket war mit mehr als 350 SEK zwar etwas teuer aber mit etwas Mut und Willen kann man das ja auf Fahrgeschäften mit klingenden Namen wie "Insane" durchaus wieder hereinfahren. Andras und Lukas haben uns dabei begleitet und ebenfalls bewiesen, dass man für sowas wohl niemals zu alt sein kann...

01.06.: Gröna Lund liegt auf Djurgården und direkt am Wasser...

01.06.: ...und ist der zweitgrößte Vergnügungspark Schwedens

01.06.: Über Pfingsten waren natürlich viele Leute im Vergnügungspark,...

01.06.: ...die Schlangen waren trotzdem nicht allzu lange

01.06.: Mein persönlicher Favorit "Fritt Fall", wo es langsam rauf-...

01.06.: ...und umso schneller wieder runter geht

Es hat also allen Grund, warum Städtetouristen Stockholm ab Anfang Mai regelrecht zu überschwemmen beginnen. Schweden im Frühling und Frühsommer hat schon einiges zu bieten und die Stadt wirkt wie ausgewechselt und quicklebendig nach den langen Wintermonaten.

19.04.: Eine der spektakulären Sonnenuntergänge über Lappis

Mvh, Bernhard

Freitag, 1. Mai 2009

Valborg in Uppsala

Hej!

Ein traditionsreicher schwedischer Feiertag ist der Valborgsmässoafton - kurz Valborg bzw. Walpurgisnacht auf Deutsch - der in der Nacht von 30. April auf den 1. Mai gefeiert wird. Das Schöne an diesem Fest ist, dass es gleichzeitig auch ein studentischer Feiertag ist, der insbesondere in traditionsreichen Universitätsstädten wie Uppsala groß gefeiert wird.

WalborgsPubrundan 2009 in Stockholm

Auch in Stockholm gibt es derartige, wenn auch weniger bekannte Traditionen wie die WalborgsPubrundan, die allerdings schon am 29. April stattfindet. Dabei öffnen ab etwa 13.00 Uhr, beginnend am IT-Campuns in Kista, der Reihe nach 12 Studentpubs der Stockholmer Universitäten. Ab 15.00 Uhr ist dann die Medizinuni dran, gegen 17 Uhr Stockholms Universitetet und dann geht es weiter auf die KTH. Um sich noch relativ sicher und direkt bewegen zu können, erwirbt man mit dem Kauf eines Ansteckbuttons um 60 SEK nicht nur alle Eintritte in die Studentpubs und den Eintritt zum Slutfest in Nymble auf der KTH sondern auch die Möglichkeit, mit eigens angemieteten Shuttlebussen zwischen den Universitäten herumzufahren.
Da ich natürlich ausgerechnet an diesem Nachmittag noch einen Kurs hatte und am Abend auf eine Geburtstagsparty eingeladen war, hab ich es nur auf die Abschlussparty nach Nymble geschafft. Das war aber nicht das schlechteste, nachdem ja meine ganze Energie für den nächsten Tag, die Valborgsfeiern in Uppsala, aufgespart werden wollte.

29.04.: Am Slutfest in Nymble

Das Forsränningen auf dem Fyrisån

Am nächsten Morgen ging es dann - gemeinsam mit vielen anderen Stockholmer Studenten - gegen 09.30 Uhr mit dem Zug Richtung Uppsala, um noch gerade rechtzeitig zum ersten Highlight des Tages, dem Forsränningen, einem Bootsrennen auf dem durchs Stadtzentrum führenden Fluss Fyrisån, zu kommen. Dabei versuchen 95 von Studenten gebaute Boote eine kurze Strecke inklusive einiger Stromschnellen zu überwinden. Die genaue Wertung hat sich mir nicht erschlossen, Kreativität dürfte aber vermutlich ein Hauptwertungsfaktor gewesen sein.

30.04.: Ankunft am Bahnhof Uppsala um 10.09 Uhr...

30.04.: ...und gleich weiter zum Fyrisån zum Bootsrennen

30.04.: Die schwedischen Kommentatoren und die "Rettungsschwimmer" an den Stromschnellen

30.04.: Mit der Berliner Mauer...

30.04.: ...geht es gleich den Bach runter...

30.04.: ...genauso wie mit den Zombies auf dem Friedhof.

30.04.: Menschenmassen (angeblich ca. 100000 Besucher in ganz Uppsala) genießen das Spektakel an einem herrlichen Frühjahrstag

30.04.: Nach einer Weile haben wir dann auch ein Platzerl direkt am Wasser gefunden, wo man einen besseren Überblick hatte

30.04.: Der Schachturm, mein Lieblings"boot", musst vor und nach jeder Brücke wieder auf- und abgebaut werden

Feiern im Ekonomikum

Gegen Mittag hat es uns dann weiter gezogen Richtung Ekonomikum, einem großen Park in der Nähe der Universität. Eine solche Masse an friedlich (!) feiernden Menschen hab ich noch selten erlebt. Es war zwar einiges an Polizei unterwegs, aber immer im Hintergrund und das eigentlich geltende Alkholverbot auf öffentlichen Plätzen großzügig übersehend.
Wir haben uns einen Einweggriller besorgt und uns mal in eine ruhigere Ecke des Parks verzogen. Dort haben wir es uns gemütlich gemacht, um auf das nächste Highlight, das gegen 15.00 Uhr vor der Universitätsbibliothek Carolina Rediviva angesetzt war, zu warten.

30.04.: Zu Mittag gings dann weiter in den Park beim Ekonomikum

30.04.: Die Grillmeister...

30.04.: ...immer fest bei der Arbeit

30.04.: Frühling, grillen, Park und chillen - einfach herrlich!

Begrüßung des Frühlings vor der Carolina Rediviva

Der eigentliche Hintergrund der Valborgsfeierlichkeiten ist die Freude über das Ende der winterlichen Jahreshälfte und den Beginn der warmen und hellen Jahreszeit. In Uppsala wird dies durch das Schwenken der weißen Studentenmützen um exakt 15.00 Uhr auf ein Zeichen des Rektors ausgedrückt.

30.04.: Punkt 15 Uhr wird vom Rektor der Uni Uppsala...

30.04.: ...und den Studenten und Ehemaligen...

30.04.: ...auf ein Zeichen vom Balkon aus...

30.04.: ...der Frühling durch das Schwenken der weißen Studentenmützen begrüßt.

Danach geht es dann üblicheweise weiter in die sogenannten Nations, die Studentenvereinigungen, welche in Uppsala eine besonders wichtige und starke Stellung haben. In den Gärten dieser Vereinigungen startet dann der Champagnergalopp, eine Party bei welcher der Champagner nicht nur zum Trinken verwendet wird. ;-)
Um eine solche Veranstaltung besuchen zu können, musste man sich im Vorfeld als auswärtiger Student eine Gästekarte um etwas mehr als 200 SEK besorgen und dann nochmal 100 SEK Eintritt blechen. Normalerweise gilt ja bei mir und den meisten anderen die Devise: "Man kommt nur einmal zu solchen Ereignissen!", aber das war uns dann doch zu aufwendig und teuer.

30.04.: So sahs bei dieser Nation bei den Vorbereitungsarbeiten am Vormittag aus...

30.04.: ...und so danach

30.04.: Champagnergalopp mit viel Champagner und lauter Musik...

30.04.: ...den wir allerdings nur von außen beobachteten

Wir haben uns stattdessen wird in den Park beim Ekonomikum zurückbegeben, wo die Stimmung nicht zuletzt dank einer Konzertbühne und einer Soundanlage (und massig Alkohol) immer ausgelassener wurde - und trotzdem friedlich blieb! Das hatte echt schon was festival- und hippiemäßiges, wenn auch mit einem riesigen Müllberg.

30.04.: Wir feierten stattdessen im Ekonomikum

30.04.: Floris durfte natürlich auch nicht fehlen!

30.04.: Dieser kleine Bus sorgte für massive Beschallung des Parks

30.04.: Und so sah es dann gegen 18 Uhr im Park aus

Valborgsfeuer in Gamla Uppsala

Der letzte Teil unseres ereignisreichen Tages in Uppsala bestand dann aus einer Fahrt mit dem Bus in den Vorort Gamla Uppsala, wo ein großes Valborgsfeuer entzündet wurde. Rituell gehts da wohl um die Vertreibung irgendwelcher Geister, Trolle und Hexen, im Prinzip ist es aber natürlich einfach eine klasse Sache für kleine und große Kinder... ;-)

30.04.: Ernst springt voller Vorfreude sogar über die tiefsten Gräben...

30.04.: ...nur um schnell zum Valborgsfeuer in Gamla Uppsala zu gelangen

30.04.: Huge, isn't it?

30.04.: Das letzte Gruppenfoto des Abends

30.04.: Das letzte Bier des Abends in Uppsala - man beachte besonders die leichten Sonnenbrände ;-)

Der letzte Zug um 00.10 Uhr hat uns dann nach 14 ereignisreichen und spektakulären Stunden wieder zurück nach Stockholm gebracht. Ich kann auf jeden Fall verstehen, warum eigens zu Valborg in Uppsala sogar Leute aus dem Ausland anreisen...

Mvh, Bernhard

Montag, 27. April 2009

Frühlingswochenende in Riga

Hej!

Mit dem Frühling hat auch meine "Reisesaison" so richtig begonnen. Nach meinem letzten winterlichen Trip nach Kiruna und der Kurzseereise nach Helsinki, haben wir - Ziad, Ernst, Sonja, Daniel, Dominik, Maria und ich - uns diesmal für eine Flugreise mit der guten alten Ryan Air nach Riga entschlossen. Nachdem der Flug (etwa 30 € alles in allem) und die Unterkunft (etwa 10 € je Nacht) nicht sonderlich ins Gewicht gefallen sind, haben zumindest Ernst, Ziad, Sonja und ich uns drei Nächte bzw. vier Tage von Freitag Früh bis Montag Früh in der lettischen Hauptstadt gegönnt. Die anderen drei sind, genauso wie einige andere Austauschstudenten aus Stockholm, am Samstag Morgen nachgekommen.

24.04.: Der erste Teil der Reisegruppe bestens gelaunt gegen 07.00 Uhr am Billigfliegerflughafen Skavsta in der Nähe von Nyköping

24.04.: Um 09.47 Uhr das Begrüßungsfreibier im "Friendly Fun Franks Hostel", das ich übrigens wärmstens weiterempfehlen kann - also sowohl das lettische Bier als auch das Hostel

Dolce Vita in der lettischen Hauptstadt

Gegönnt ist da auch das richtige Wort, nachdem sich die an vielen Ecken schön restaurierte Altstadt bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen fast konstant über der magischen Grenze von 20°C von ihrer besten Seite präsentierte. Urlaub vom Urlaub, sozusagen... ;-)

24.04.: Das erste Mal im Gastgarten mit kurzem Leiberl...

24.04.: ...gerade rechtzeitig zur Cocktailhappyhour in einem Cafe am Līvu laukums. ;-)

25.04.: Nächster Tag, selbe Zeit, diesmal am Domplatz

Ja, und geschlemmt wurde natürlich auch - was mich besonders freute, nachdem Essengehen in Schweden ja leider entsetzlich teuer und somit eine seltene Ausnahme ist.

25.04.: Ob im lettischen Restaurant Lido in der Altstadt Rigas (sehr empfehlenswert!),...

26.04.: ...beim Ausflug nach Jūrmala (man beachte die Riesenportion Ripperl!)...

26.04.: ...oder beim Abschiedsessen (Steinpilzrisotto) im italienischen Restaurant -...

26.04.: ...überall wurde geschlemmt. Herrlich!

Sightseeing hoch drei

Wenn man sich schon mal brav touristisch betätigt, darf eine umfangreiche Sightseeingtour auch nicht fehlen. Mein bescheidenes Wissen über Riga nährt sich mangels einer professionellen Stadtführung aber nur aus einer Touristenkarte und Wikipedia. ;-)
Riga, das mit etwa 800000 Einwohnern die größte Stadt des Baltikums ist, kann als alte Hansestadt auf eine abwechslungsreiche und durchaus auch leidvolle Geschichte zurückblicken. Die über die Jahrhunderte unterschiedlichen Einflüsse u.a. von deutscher, schwedischer und russischer bzw. sowjetischer Seite hat auch im Stadtbild deutliche Spuren hinterlassen.
Das turbulente Mittelalter und die frühe Neuzeit mit der Zugehörigkeit zur Hanse, der Ostkolonisation durch den Deutschen Orden oder die schwedische Reformation kann man vor allem an vielen renovierten oder wieder errichteten Gebäuden im historischen Stadtkern sehen.

24.04.: Schwarzhäupterhaus auf dem Rathausplatz

24.04.: Der katholische Dom zu Riga, die größte Kirche im Baltikum

24.04.: Ein nettes Gasserl in der Altstadt

24.04.: Wo sind die teilweise restaurierten Reste der Stadtmauer?

24.04.: Wo ist der Pulverturm mit dem Kriegsmuseum? ;-)

25.04.: Ev.-luth. Pfarrkirche zu St. Petri mit Aussichtsplattform am Turm

25.04.: Gruppenfoto am Platz hinter St. Petri

25.04.: Die Bremer Stadtmusikanten als Geschenk Bremens an die Hansestadt Riga

25.04.: Līvu laukums - ein zentraler Platz in Riga mit netten Cafes und Restaurants,...

25.04.: ...wo sich auch "Die Kleine Gilde"...

25.04.: ...und das "Katzenhaus" befindet.

25.04.: Die "Drei Brüder"

Die Altstadt ist ja relativ klein im Verhältnis zum übrigen Stadtgebiet und man kann eigentlich alles problemlos per pedes erkunden. In der Neustadt, die - oh Wunder - direkt an die Altstadt grenzt, finden sich dann einige Gebäude aus dem 19. Jahrhundert und beginnenden 20. Jahrhundert sowie die Parkanlagen, welche anstelle der Festungsanlagen errichtet wurden. Das repräsentiert dann auch jene Epoche in der Lettland zuerst dem russischen Zarenreich untergeordnet war und nach dem 1. Weltkrieg u.a. im Zuge eines blutigen Bürgerkrieges für fast zwei Jahrzehnte unabhängig wurde.

25.04.: Pilsētas kanāls, der anstelle der alten Festungsanlagen angelegt wurde

24.04.: Kronvalda parks mit dem Freiheitsdenkmal im Hintergrund

24.04.: Das Freiheitsdenkmal

25.04.: Rigas Nationaltheater

Auf der anderen Seite der Daugava, jenem Fluss der das Stadtgebiet teilt, und rund um den Bahnhof in Richtung Neustadt und Vorstadt findet man zahlreiche sowjetische Spuren. Dass in einem kleinen Land, das nicht einmal zu 60% von ethnischen Letten und zu 28,6% von ethnischen Russen bewohnt wird, und das eine so schwierige Geschichte mit Russland verbindet, auch mal Spannungen und Misstrauen diesbezüglich vorkommen, liest man ja auch ab und an in österreichischen Zeitungen.


24.04.: Kultur- und Wissenschaftspalast in "beeindruckender" stalinistischer Architektur

24.04.: Blick nach Süden auf der Steinernen Brücke (Akmens tilts) über die Daugava - im Hintergrund sieht man den Fernsehturm

24.04.: Selbe Brücke, Blick nach Norden

24.04.: Chillen und den Frühling genießen in den Uzvara Parks, im Hintergrund sieht man das sowjetische Weltkriegsdenkmal

24.04.: Und so sieht das Denkmal dann aus der Nähe betrachtet aus

24.04.: Gruppenfoto der "Vorhut"

Ausflug nach Jūrmala

Nach zwei Tagen vollgepackt mit Stadtrundgängen haben wir uns dann für Sonntag, unseren letzten "richtigen" Tag in Lettland, einen Ausflug nach Jūrmala vorgenommen. Jūrmala ist ein Kur- und Badeort etwas außerhalb von Riga mit einer bis ins 19. Jahrhundert zurückreichenden Tradition als Sommerfrischeziel für Russen und Letten - während der Sowjetzeit etwa tummelten sich hier jährlich etwa 250000 Touristen. Wenn man nach den u.a. deutschsprachigen Informationsbroschüren geht, versucht man dabei an diese Tradition anzuknüpfen und auch westeuropäische Gäste hierherzulocken. Viele der Häuser und Hotels wurden bereits modernisiert und sowohl die Promenade als auch der Strand sind ganz fein und verbreiten fast mediterranen Flair.

Um eure geographische Bildung etwas voranzutreiben: Jūrmala liegt etwa 20 km westlich von Riga direkt an der Ostsee

26.04.: Die ehemalige Badeanstalt von E. Racene aus dem Jahr 1916

26.04.: Eine dieser zahlreichen renovierten Villen in den Seitenstraßen Jūrmalas

Wir haben uns Tickets für den Regionalzug für umgerechnet etwa zwei Euro am Rigaer Hauptbahnhof besorgt und sind mit einem Zug, der wohl was für Nostaligker aber nichts für Alte und Behinderte wäre (Holzbänke mit trügerisch "weichem" Kunstlederbezug sowie ein meterhoher Einstieg), gemeinsam mit vielen Letten bis nach Majori, einem Stadtteil Jūrmalas, gefahren.

26.04.: Das nenn ich mal 2. Klasse fahren

26.04.: Haltestelle Majori in Jūrmala

Nach einem ausgezeichneten und nochdazu spottbilligen Mittagessen (eine Riesenportion Ripperl um 2,50 Lats + Bier um 1,10 Lats = herrlich!) haben wir uns dann auf zum Strand gemacht, um das wunderschöne Frühlingswetter auch entsprechend genießen zu können. Sowohl bekleidungstechnisch als auch wassertemperaturmäßig hats nur dazu gereicht, die Füße in die Ostsee zu stecken, aber das ist ja auch schon was wert.

26.04.: Daniel ist ein bisserl skeptisch, ob wir die Ripperl zu zweit schaffen werden,...

26.04.: ...aber zumindest ich hab mich um meinen Teil brav gekümmert! ;-)

26.04.: "Nach dem Essen sollst du ruhen, oder tausend Schritte tun!"

26.04.: Am Ostseestrand von Jūrmala

26.04.: Das würd sich doch fast schon als Bandfoto anbieten, oder?

Gegen halb sechs haben wir uns dann auf den Weg zurück ins "heimatliche" Riga gemacht, um dort nochmal so richtig zu schlemmen und auszuspannen, bevor der Flieger dann am Montag Morgen gegen 09.00 erwischt werden wollte.

27.04.: Blick zurück auf die Morgensonne über Rigas Altstadt und dem Hostel

Fazit: Es war ein tolles Wochenende in einer schönen Stadt bei tollem Wetter! Es hat aber auch einige kleinere "dunkle Flecken" (Wechselgeldbetrügereien, "interessante"/"kreative" Ausgestaltung einer Strafe wegen eines Bieres in der Öffentlichkeit,...) gegeben, die uns manchmal die Freude ein bisserl getrübt haben - es dürft halt doch den einen oder anderen Typen geben, der in Touristen eine gute "Einnahmequelle" im Zuge der schweren Wirtschaftskrise sieht...
Anyhow, Riga/Lettland ist es auf jeden Fall wert, besucht zu werden!

Mvh, Bernhard

Mittwoch, 22. April 2009

Osterbesuch aus Österreich

Hej!

Jaja, die Karwoche hatte es wirklich in sich, weshalb ich mal eine kleine Verschnaufpause benötigt habe, bevor ich mich wieder ans Schreiben machen konnte. Insgesamt 9 Österreicher und eine Österreicherin haben mich während der eineinhalb Wochen besucht - natürlich nicht alle auf einmal, aber fast. ;-)

Martin und Leo in Stockholm

Den Anfang machten Martin und Leo am Freitag, 3. April, wobei mir die beiden das schönste Gastgeschenk überhaupt mitgebracht haben: den Frühling! Es war ja auch kaum mehr auszuhalten, Berichte über das tolle Wetter in Österreich zu hören, während es in Stockholm eine Woche zuvor sogar noch einmal geschneit hat...
Das feine Wetter musste natürlich gleich mal dazu genutzt werden, den Gastgarten am Mosebake Torg, auf den ich mich ja schon seit Februar freue, einzuweihen.

04.04.: Das erste Gastgartenbier der Saison

Mit den beiden hat dann auch mein "traditionelles" Osterprogramm begonnen, dass v.a. aus Sightseeing untertags und Fortgehen am Abend bestand. Wie ich Ostern körperlich überstanden hab, ist mir zwar noch immer ein Rätsel, es war jedenfalls ein Heidenspass!
Neben den "Klassikern" Stockholms wie das Vasamuseum, die ich meine österreichischen Gäste zumeist alleine erkunden hab lassen, hab ich selbst noch das eine oder andere Platzerl entdecken und meine Eindrücke vom Stadtrundgang im Rahmen der "Swedish Society and Culture"-Lehrveranstaltung teilen können.

04.04.: Mårten Trotzigs gränd in Gamla Stan - Stockholms engste Gasse

04.04.: Zum 528. Mal ein Foto vom Katarinahissen aus ;-)

05.04.: Posieren im Djurgårdener Hafenbecken

Am ersten Abend haben dann Leo und ich (der gute Martin hat da leider etwas geschwächelt) gemeinsam mit anderen Österreichern und Deutschen den Hornstulls Strand, eine lässige Bar/Nachtklub im Süden von Södermalm erkundet. Durch die Lage am Wasser und die Art der Musik erinnert der Strand irgendwie ans Flex und ist durchaus empfehlenswert für alle, die es hier mal rauf schaffen.

03.04.: Preparty bei Sonja (leider ohne Martin)

03.04.: Gemütliches Biertrinken in Hornstulls Strand

Am darauffolgenden Abend haben wir dann zur Preparty der "ScanBalt Student Cruise to Tallinn" geschaut, um wenigstens ein bisschen was vom Kreuzfahrtflair genießen zu können. Für umgerechnet 32 € pro Person haben da viele Erasmusstudenten in Stockholm die Chance genutzt, gemeinsam mit 1300 anderen Studenten nach Tallinn zu kommen. Ich nehm mal an, dass sich jeder vorstellen kann, wie exzessiv es dort zugehen wird - die Schilderungen von Sonja, Ernst und Ziad haben diesbezüglich jedes Klischee bestätigt. ;-)

04.04.: Das erste Gruppenfoto, nachdems Martin auch mal mitgeschafft hat ;-)

04.04.: Jaja, Floris muss man einfach gern haben

Wir drei haben dann halt bis Dienstag Stockholm mehr oder weniger alleine unsicher gemacht, nachdem sich die Anzahl der Austauschstudenten aufgrund der Kreuzfahrt und der beginnenden Osterferien spürbar verringert hat. Leo hat aber im Flieger nach Stockholm aber zwei Linzer Bekannte getroffen, mit denen wir abends dann herumgezogen sind - "Home, sweet home" sozusagen.

05.04.: Linzer "Stammtisch" im Wirströms

Nachdem wir am Palmsonntag leider keinen Platz beim Jazzbrunch im Mosebake erwischt haben, haben wir uns dann am Abend mit einer feinen schwedischen Brotzeit mit Rentierschinken und -dörrfleisch, Lachs, Hering sowie natürlich - typisch schwedisch - Tubenkäse mit Speckgeschmack selbst entschädigt. War zwar extrem teuer, aber lecker!

05.04.: Brotzeit um knappe 500 SEK...

05.04.: ...wobei der leicht bizzare Tubenkäse mit Speckgeschmack noch den geringsten Anteil ausmachte

Am Montag, Leos und Martins letztem "richtigen" Tag in Stockholm, haben Martin und ich nochmal unserer Fußballleidenschaft (oder dem Fußballvogel?) gefrönt und sind ins Stockholmer Olympiastadion gegangen zum Match Djurgårdens IF vs. Örebro SK, das übrigens 1-0 für den schwedischen Rekordmeister endete. Darüber möchte ich aber an anderer Stelle nochmal genauer berichten.

06.04.: Der interessierte Groundhopper freut sich...

Ja, und über die Abschiedsfeier möcht ich wiederum lieber nicht so genau berichten. Die Geschichte handelt von Wodka in rauen Mengen und tiefsinnigen Diskussionen über schwedische Alkoholgesetze - auch hier kann der geneigte Leser wohl zwischen den Zeilen lesen...

06.04.: Abschiedsbier(e) in der Gula Villan

"Oasis" in Stockholm

Am Dienstag, 07.04., gaben sich dann meine "alten" Gäste mit meinen "neuen" Gästen die sprichwörtliche Klinke am Stockholmer Flughafen in die Hand. Tröpfchenweise tauchten in immer neuen Fliegern Gregor, Didi und Robert auf und verbrachten mal die erste Nacht bei mir Zimmer.
Während wir vier den ersten Abend "gesundheitsbedingt" gemütlich im Wirströms bei der traditionallen dienstäglichen Freejamsession verbrachten, war dann der nächste Abend schon etwas herausfordernder. Bernhard hat sich ab Mittwoch Nachmittag ebenfalls in Stockholm blicken lassen und so sind wir dann gemeinsam mit den anderen Österreichern ins Laroy, einem dieser zahllosen Schickimickiklubs rund um den Stureplan in Östermalm, gezogen.

08.04.: 4/7 meines zweiten Besuches (Robert, Didi, Bernhard und Gregor) sind bereit fürs Laroy - fesch, fesch!

Obwohl ich in dieser Hinsicht bis jetzt immer eher zurückhaltend war und mich immer eher geziert hab (wer mich näher kennt, weiß ja dass das jetzt normalerweise eher nicht so mein "Revier" ist), haben wir ziemlich viel Spaß gehabt - insbesondere was die Freundlichkeit schwedischer Türsteher beim Lokalverweis oder die "Bratresistenz" schwedischer Frauen gegenüber österreichischem Charme betrifft.

(Mittlerweile) 09.04.: Da weiß wer noch nicht, dass er bald des Lokals verwiesen wird *g*

09.04.: Steffi und Ziad waren natürlich auch mit von der Partie

Am Donnerstag war dann mit Martin, Christoph und Claudia das österreichische Septett komplett, wobei der Vergleich mit Oasis (O-Ton Bernhard: "Wir san wie Oasis. Eigentlich mögen ma uns ja eh olle net und kumman nur für gemeinsamen Auftritt wohin - und selbst da reisen wir verschiedn an. ;-)") da gar nicht so weit hergeholt war.
Diese unterschiedlichen Ankunftszeiten habens mir leider ein bisschen schwierig gemacht, allen auf einmal die Stadt zu zeigen. Aber der gute Gregor hat bei meiner - mittlerweile standardisierten - Stadtführung eh so brav aufgepasst, dass er dann diesen Part für die Neuankömmlinge übernommen hat.

10.04.: Zumindest beim Chillen am Kungsträdgården...

10.04.: ...und am Nybroviken war ich dann aber brav dabei

Ein Highlight haben wir uns aber alle gemeinsam nicht entgehen lassen: die Wachablöse vorm königlichen Schloss. Die wird an Wochenenden und Feiertagen etwas größer aufgezogen als normalerweise, u.a. mit einer Militärkapelle. Das Lustige und Skurrile ist, dass diese Militärkapelle eine eigene Choreographie einstudiert hat, die auch ein Medley ausgewählter Abbasongs enthält.

11.04.: Changing of the Guards auf Schwedisch

11.04.: Nicht nur Martin gefällts...

"Studentcruise" to Helsiniki

Nachdem ich ja leider nicht an der großen Studentenkreuzfahrt nach Tallinn teilnehmen konnte, hab ich in Rücksprache mit meinen Gästen kurzerhand selbst eine kleine organisiert. Wir konnten dabei ein Frühbucherangebot der Viking Line nutzen, bei dem wir nur 75 SEK pro Person in einer 4er Kabine für den Hin- und Rückweg (!) zahlen mussten. Da konnte man sich dann auch wie ein echter Schwede oder Finne fühlen, der diese Art von Kreuzfahrten v.a. zum Aufmunitionieren seiner Alkoholbestände im Duty Free und zum Party machen nutzt.
Vor der Abfahrt an einem wunderschönen Ostersamstagnachmittag mit 21°C , dem bis dahin wärmsten Tag des Jahres, nutzten wir noch den Jazzbrunch im Mosebake, den ich ja mit Martin und Leo eine Woche zuvor leider versäumt hatte, um uns für 165 SEK den Bauch noch so richtig voll zu schlagen. 165 SEK hört sich vielleicht jetzt viel an (und ist es ja ehrlich gesagt auch), aber man bekommt über den Dächern Stockholms feine schwedische und internationale Spezialitäten um sein Geld und es dürfte allen auch so richtig geschmeckt haben.

11.04.: Wenn doch nur immer Wochenende und Jazzbrunch wär!

11.04.: Leckere Nachspeise und ein super Ausblick - was will man mehr?

In der Nähe vom Mosebake und Slussen liegt dann auch der Fährhafen der Viking Line, wo das ganz schön imposante Schiff ablegt. Neben mir und meinen sieben Freunden sind auch Lukas, Manuel, Luca und Alessandro nach Helsinki mitgefahren und wir konnten bei der Abfahrt alle das Sonnendeck so richtig genießen und ich mir endlich den ersten Minisonnenbrand des Jahres aufzwicken.

11.04.: Gruppenfoto - 9 x Österreich, 2x Italien, 1x Schweiz/Deutschland bei 21°C

11.04.: "Wenn ich nicht hier bin, bin ich auf'm Sonndeck..."

11.04.: Blick auf Djurgården von der Vikingfähre aus

Helsinki selbst hat uns dann nach einer "traditionellen" Nacht auf dem Schiff (siehe oben) äußerst unfreundlich empfangen - Grau in Grau bei 4°C. Zwei finnische Freunde von Didi waren so nett, uns die Stadt näher zu bringen und uns den einen oder anderen Geheimtipp (Dachterassencafe auf dem Hotel Torni mit Spitzenblick über Helsinki!) zu zeigen.

12.04.: Helsinki empfängt uns Grau in Grau *brrr*

12.04.: Das finnische Parlament (mit Sauna im Nebengebäude)

12.04.: Das einzige Sightseeinggroßgruppenfoto - ziemlich mühsam zu erstellen, nachdem ein Teil noch etwas "unwillig" vom Vortag war ;-)

Ein Teil der Gruppe hat sich dann wieder relativ bald aufs Schiff verzogen, um die Zeit bis zur Abfahrt um 17.30 Uhr mit etwas Schlaf zu überbrücken. Der Rest vom Schützenfest hat gemeinsam mit mir noch einen ausgedehnten Spaziergang durch die Stadt unternommen, wo man sich dann auch gut vorstellen konnte, dass es im Sommer ganz fein sein kann. Dennoch bleibt auch als temporärer Bewohner der selbsternannten Hauptstadt Skandinaviens nur ein etwas überhebliches Urteil: Stockholm ist schöner - und basta. ;-)

12.04.: Cafe um 4,40 € im 18. Stock des Hotels Torni

12.04.: Der tapfere Rest etwas frierend vor der Kathedrale

12.04.: Bye, bye Helsinki

Ja, und nachdem wir dann am Montag Morgen und nach einer ereignisreichen zweiten Nacht an Bord (siehe oben) wieder in Stockholm zurück waren, brauchte der Großteil der Gruppe etwas Erholung vom Trip. Am Osterdienstag verabschiedeten sich dann auch schon der erste Teil, während Bernhard, Gregor und Didi noch eine Nacht bei mir verbrachten.

13.04.: "Das letzte Abendmahl" - Chili con Carne

So schnell sind also eineinhalb ereignisreiche Wochen vorbei - und mittlerweile hab ich sogar den drohenden Leberschaden durch etwas Regeneration abgewendet. Also Jungs und liebes Mädl: Es war ein Spitzenauftritt von "Oasis" (und natürlich auch von Martin und Leo) und ich hatte großen Spass daran. Ich hoffe, es hat euch ebenso gefallen wie mir!

Mvh, Bernhard

Donnerstag, 2. April 2009

Kiruna oder Der wirklich hohe Norden

Hej!

Der Frühling ist endlich auch in Stockholm angekommen - trotzdem gebe ich an dieser Stelle (hoffentlich) ein letztes Mal ein Gschichtl über den schwedischen Winter zum Besten.

Kiruna, Lappland

Von 22.3. bis 25.3. verbrachten Dominik, Maria, Ernst, Sonja, Ziad, Gilles, Luca, Andras und ich einen aufregenden Kurzurlaub in Kiruna in Lappland - also bereits nördlicher als der Polarkreis und laut Google 1237 km mit dem Auto von Stockholm entfernt.

Nur, um ein Gefühl zu bekommen, wie groß Schweden wirklich ist...

Kiruna ist mit etwa 18000 Einwohnern die nördlichste Stadt Schwedens und wohl so etwas wie das Zentrums dieses Teils von Lappland. Die Stadt wurde um 1900 in der Nähe der beiden Eisenerzminen errichtet, was ihr allerdings nicht gut bekommen dürfte, da der Untergrund mittlerweile löchrig wie Schweizer Käse sein soll. Wikipedia weiß, dass daher im Jänner 2007 der Beschluss zur Umsiedlung der Stadt um 4 km gefallen ist.

22.03.: Das Rathaus mit der Eisenmine im Hintergrund

Neben der Mine und der mit ihr verbundenen kleineren und größeren Firmen ist der (Winter-)Tourismus das zweite große wirtschaftliche Standbein der Bewohner. Sie haben offensichtlich ein gutes Konzept zugrunde liegen, da alle großen Attraktionen, Unterkünfte und Aktivitäten gut zusammenarbeiten - hoffentlich wirkt es in ein paar Jahren, wenn die Minen komplett erschöpft sind, gut genug, um den Bewohnern der Region auch ausreichend Beschäftigung bieten zu können.

22.03.: Kiruna "Downtown"...

22.03.: ...und "Kiruna International Airport" mit drei Flügen pro Tag

Camp Alta

Gewohnt - oder eher residiert - haben wir genauso wie eine Menge anderer Erasmusstudenten vor und nach uns im Camp Alta, einer Anlage mit mehreren Selbstversorgerhütten etwa 10 km außerhalb vom Ortszentrum am See Alttajärvi.

Camp Alta, etwas östlich von Kiruna an der E10 und am Alttajärvi gelegen

Miriam, eine Spanierin, und ihr schwedischer Freund sind die Eigentümer und die zwei kümmern sich um alles, was den Transport oder Touren oder andere Aktivitäten betrifft. Sie haben uns auch vom Flughafen abgeholt und uns für etwa eine Stunde im Stadtzentrum abgesetzt, um alle notwendigen Einkäufe für die drei Nächte erledigen zu können.

22.03.: Unsere feine Truppe...

22.03.: ...mit allem, was man so für vier Tage brauchen kann

Danach ging es dann gemeinsam mit Manuel und seinen acht Freunden direkt zum Camp, um das Quartier beziehen zu können. Wir teilten uns zu neunt das Achtbetthaus, das sich genauso wie Manuels Haus mittem im Camp (und damit in der Nähe der Sauna!) befand. Dabei haben wir einen richtigen Glücksgriff gemacht, was sowohl die Lage als auch die Ausstattung (inkl. Fließwasser!) betraf:

22.03.: Quartier beziehen im Achtbetthaus

22.03.: Auf unserer "Sonnenterasse" bei äußerst moderaten -5°C

22.03.: Das erste Abendessen im trauten Heim

22.03.: Und das erste Biertscherl... ;-)

22.03.: ...gemütlich vorm Ofen

Im Camp selbst gibt es Langlauf- und Eisfischausrüstung sowie eine Sauna zur freien Verfügung - alles Dinge, die wir zur Genüge nutzen konnten, da wir in Sachen Wetter (meist sonnig mit etwa -5°C) und Tageslicht (über 12 Stunden) äußerst begünstigt waren. Der rasche Wechsel in den klimatischen Bedingungen ist für einen Mitteleuropäer erstaunlich - andere Studenten, die drei bis vier Wochen vorher dort waren, erlebten -25°C oder weniger und die Sonne ging gegen halb 10 Uhr auf.

22.03.: Gefühlte endlose Weite am zugefrorenen See

22.03.: Langlaufen rund um den See...

22.03.: ...gemeinsam mit Andras

24.03.: Dali beim (leider erfolglosen) Eisfischen

Sauna, Sauna, Sauna

Der wichtigste Ort des ganzen Camps ist natürlich die Sauna auf dem zugefrorenen See, die man selbst in Gang bringen und in Schuss halten muss. Nachdem das ganze mit zwei Holzofen funktioniert, dauert es etwa zweieinhalb Stunden bis man die Sauna benutzen kann.

22.03.: Die Sauna auf dem See - der ultimative Treffpunkt des Camps

23.03.: Drinnen haben so um die 20 Personen Platz

23.03.: Der Saunaofen

23.03.: Nie alleine ins Eisloch! ;-)

Unser Saunameister Ernst "The Devil" hat sich darum immer ausgezeichnet gekümmert und das Saunieren mit ordentlichen Aufgüssen mit fast schon missionarischem Eifer unter all den barbarischen saunalosen Völkern verbreitet.

22.03.: Vor und nach dem Abendessen ein paar erfrischende Saunagänge

23.03.: "The Devil" nach getaner Arbeit

Snowmobiletour zum Eishotel

Die erste große Tour, an der insgesamt 18 Personen teilnahmen, war am 23.03. die Snowmobilefahrt zum Eishotel mit einem anschließenden traditionellen Mittagessen. Dabei ging es insgesamt 17 km bei strahlend blauem Himmel über den See querfeldein durch den Wald bis zu einem zugefrorenen Fluss, der direkt beim Eishotel liegt. Die 1050 SEK warens jedenfalls wert - die Dinger sind wirklich cool und schaffen auf freiem Feld bis zu 95 km/h.

23.03.: Mein blauer Flitzer

23.03.: Maria, ich, Andras und Gilles voller Vorfreude

23.03.: Thumbs up!

23.03.: Eine letzte Pause vor dem finalen Beschleunigen auf ca. 95 km/h

Im Eishotel hatten wir dann zwei Stunden Zeit, um gegen eine durchaus stattliche Pauschale von 175 SEK an einer Führung teilzunehmen und die Zimmer, die von verschiedenen Künstlern individuell gestaltet wurden, zu bewundern.
Das Eis für die gesamte Anlage in Jukkasjärvi wird dabei aus dem Eis des Fluss Torne im vorangegangen Frühjahr gewonnen und über den Sommer in großen Kühlhäusern gelagert. Es wird Jahr für Jahr unterschiedlich gestaltet, wobei es zwischen Mitte Dezember und April immer so um die 60 bis 80 Zimmer gibt - für eine Nacht im Schlafsack bei -5°C darf man etwa 140 Euro zahlen.

23.03.: Das Eis für das Eishotel 2009/10 wird "geerntet"

23.03.: Der Eingang des diesjährigen Eishotels 2008/09

23.03.: Die Mitarbeiter an der Information arbeiten in einstündigen Schichten

23.03.: Der Hauptgang mit "Eiskristalllustern"

23.03.: Die teuersten Zimmer sind jene, die von Künstlern individuell gestaltet wurden

23.03.: Das "Pilzzimmer" - gemütlich, oder?

23.03.: Nein, der Aufzug funktioniert nicht ;-)

23.03.: Schweden wie immer federführend in Sachen Inneneinrichtung und Design

Außerdem gibt es eine bei Brautpaaren äußerst beliebte Eiskapelle und eine AbsolutIceBar, die leider erst abends geöffnet hat. Solche Eisbars gibt es auf der ganzen Welt, die Eisgläser, die dort verwendet werden, stammen alle aus dem Tornefluss.

23.03.: Dude, we should buy an ice-bar!

23.03.: Manuel, mein erster (und einziger) Gast ;-)

Danach ging es dann wieder zurück ins Camp, wo wir von Miriam bekocht und mit Kaffee und Keksen versorgt wurden. Last, but not least, haben sich Ernst und Dominik dann um die Sauna gekümmert, um dort den Tag ausklingen lassen zu können...

23.03.: Alle helfen zusammen beim Mittagessenkochen

23.03.: Rentier zu den Kartofferln...

23.03.: ...und so schauts dann fertig mit Preiselbeermarmelade aus *lecker*

Eine Hundeschlittentour

Die Hundeschlittentour, die sich mit 800 SEK zu Buche schlug, war dann bei den meisten weniger beliebt, aber Dominik, Maria, Gilles und mir wurde ein weiteres unvergessliches Erlebnis beschert.
Eigentlich hätten wir nur zu viert auf einem großen Schlitten, der von einem ausgebildeten Hundeschlittenführer gelenkt wird, fahren sollen; da aber ein Guide erkrankte, hatten wir die Möglichkeit jeweils zu zweit einen kleinen Schlitten selbst zu lenken!
Das ist eigentlich ziemlich einfach, da man nur die Bremse bedienen muss - die Richtung gibt der Hundeschlittenführer mit dem vorangehenden Schlitten und seinem Leithund vor. Die Tiere freuen sich scheinbar irrsinnig auf solche Touren - sie müssen ja auch vor der Saison einige Monate dafür trainiert werden - und machen vor Beginn, wenn man ins Camp kommt, einen Mordsradau.

24.03.: Ein professioneller Hundeschlittenführer

24.03.: Fahrer-...

24.03.: ...und Beifahrerperspektive

Bei einem Zelt mitten im Nirgendwo versorgte uns unser deutscher Führer dann mit Kaffee und Kuchen und gab uns ein paar interessante Einblicke in sein Aussteigerleben. Außerdem machte er mir mit seinen Schilderungen von den mehrtägigen Hundeschlittentouren ins lappländische Gebirge große Lust, einmal zurückzukommen und das selbst zu erleben.

24.03.: Pause für uns...

24.03.: ...und die Hunde

Warten auf ein Nordlicht

Ein wichtiger Teil der Abendbeschäftigung war natürlich auch das Warten auf ein Nordlicht - insbesondere da der Himmel durch das schöne Wetter sehr klar war. Dick eingepackt und mit ein paar Rentierfellen ausgestattet haben wir uns dann raus auf den See weg von den Lichtern des Camps begeben. So viele Sterne und solch dunkle Nächte hab ich überhaupt noch nie gesehen!

24.03.: Sterne schauen und aufs Nordlicht warten

Am letzten Abend, als wir Sonjas Geburtstag feierten, hatten wir dann endlich auch mal Glück und konnten tatsächlich eines sehen. Es war zwar eher gräulich und nicht so schön wie auf dem Foto, das mir François von seiner Kirunareise zur Verfügung gestellt hat, aber natürlich ein unvergessliches Erlebnis.

28.03.: Einfach nur schön (© François)

Warten auf den Sonnenaufgang

Sonjas Geburtstag wurde wie gesagt euphorisch gefeiert - es war ja zudem auch der letzte Abend - und gegen vier Uhr morgens beschlossen Ernst, Ziad, Andras und ich den Sonnenaufgang miterleben zu wollen. Die -20°C konnten uns dabei auch nicht abschrecken, aber nach eineinhalb Stunden draußen war dann für uns alle eine warme Dusche dringend notwendig.

24.03.: Happy Birthday, Sonja!

(Mittlerweile) 25.03.: 04.26 Uhr - Das Warten auf den Sonnenaufgang beginnt

25.03.: 04.43 Uhr

25.03.: 05.06 Uhr

25.03.: 05.18 Uhr

25.03.: 05.31 Uhr

25.03.: 05.39 Uhr - There it is ;-)

25.03.: 05.45 Uhr - Knappe -20°C hinterlassen ihre Spuren

Ich hoffe alle diese Fotos können ansatzweise vermitteln, wie schön und eindrucksvoll mein Trip nach Lappland war. Wer jemals die Chance hat, in diesen Teil der Welt zu kommen, muss sie unbedingt nutzen!

Mvh, Bernhard