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Sonntag, 8. Februar 2009

Vom schwedischen Dinner und der gelben Villa

Hej!

Ich möchte euch heute die eine oder andere Besonderheit des schwedischen Studentenlebens näher bringen. Das reflektiert dann wohl auch meine ersten Jännerwochen ganz gut, wo ich mich vor allem im Dunstkreis der Stockholmer Universitäten bewegt habe. Im Allgemeinen ist es in Schweden nicht recht anders als in Österreich, wo es bei Studentenfesten wohl auch hauptsächlich um zwei Dinge geht: billig(er)e Getränke und möglichst studentisches Publikum.

Ein medizinisches "Slutfest"

Am Anfang soll dabei das "Slutfest" des Karolinska Instituts, einer medizinischen Fakultät oder (?) Universität, stehen; es ist auch chronologisch am Beginn angeordnet. Bei einem "Slutfest" handelt es sich nicht etwa um etwas Ordinäres, sondern um das Abschlussfest nach einer der Prüfungswochen, in diesem Fall Mitte Jänner nach der Reexaminationweek des vorangegangenen Wintersemesters. Die mittlerweile eifrigen Lesern meines Blogs altbekannte austro-franko-italienisch-belgische Erasmusgang hat sich auch nicht von 40 SEK Eintritt, die man wieder einmal nur deshalb bezahlen musste, weil man wieder mal um 10 Minuten den "Free Entry" verpasst hat, und 20 SEK Gaderobe abschrecken lassen, um das hauptsächlich von Schweden besuchte Fest zu stürmen. Auch hier gilt die altbekannte Weisheit, die ich im letzten Post mehrmals angesprochen habe: Betrunkene Schwedinnen und Schweden lassen sich anhand von ein paar gelallten schwedischen Brocken durchaus zu einem Schwätzchen und Bierchen hinreißen ;-)

17.01.: Ein Plauscherl mit François

17.01.: Das sieht voller aus, als es eigentlich war...

17.01.: Trotz entsetzlichem DJ wars sehr lustig

Swedish Dinner

Eines der beeindruckendsten Erlebnisse des ersten Monats war mit Sicherheit das schwedische Dinner, welches von ISS am Abend des 23. Jänners veranstaltet wurde. Wir durften dafür im Voraus satte SEK 200 hinblättern, aber die warens alle mal wert (auch wenn der eine oder andere gerne etwas mehr Essen auf seinem Teller gesehen hätte).
Die hiesige Studentenvertretung hat sich da mordsmäßig ins Zeug gehaut und für 200 Personen ein viergängiges Menü inkl. Getränken in Nymble, dem eigenen Haus der Studentenvertretung, hingezaubert. Köstlich, köstlich - wobei der aufmerksame Beobachter den einen oder anderen leisen kritischen Ton verlieren könnte, was an der Hauptspeise so "typical Swedish" war ;-)

23.01.: Wieder einmal eine festlich geschmückte Tafel

23.01.: Unsere braven Kellnerinnen

23.01.: Erster Gang - wohl "the most genuine Swedish one" (vegetarisch übrigens)

23.01.: Zweiter Gang - "Chicken"

23.01.: Der köstliche dritte Gang kurz vor dem Verzehr durch Andras und Sonja

23.01.: Gang Nr. 4 - "d' Nochspeis"

Bei so einem Dinner, das offensichtlich mehrmals im Semester veranstaltet wird, gehts allerdings nicht nur ums Essen (und Trinken), sondern der Abend hat durchaus seine eigene Dramaturgie. Da gibt es eine Band, einen Zeremonienmeister und - nicht zu vernachlässigen - die typischen Sauflieder. Einige der anwesenden Nationen konnten es sich nicht nehmen lassen, ihre eigenen zum Besten zu geben, nur wir anwesenden Österreicher konnten uns auf kein gemeinsames ("I am from Austria"? G'stanzln? "Hiatamadl"?...?) einigen. Recht rasch und unkompliziert wurde aber der Mehrheitsbeschluss gefasst, jenen drei abtrünnigen Österreichern, die gemeinsam mit den Deutschen "Viva Colonia" zum Schlechtesten gaben, unverzüglich die Staatsbürgerschaft abzuerkennen.
Noch ein Wort zu unserem charmanten Zeremonienmeister mit Megaphon, der uns die schwedischen Lieder eher schlecht als recht (offensichtlich aufgrund mangelnder Vorsängerausbildung - "Peda schau owa" - und Ultramentalita) näherbringen konnte: Sein kurioses Outfit ist kein Skianzug oder ähnliches, sondern ein unter skandinavischen Studenten durchaus gebräuchlicher "Saufanzug". Die Aufnäher, welche seinen Anzug bedecken, repräsentieren unterschiedliche Studentenparties, an denen er teilgenommen hat.

23.01.: Der Zeremonienmeister mit einer sehenswerten Partybilanz

23.01.: Schwedische Folklore vom Feinsten

23.01.: Die Band

23.01.: "Raise for the Marseillaise" oder irgendwas anderes Französisches...

Eine Afterparty gabs natürlich auch noch, nachdem sich die mittlerweile munteren Gäste wohl auch nicht mehr so leicht aus Nymble vertreiben lassen hätten; sein offizielles Ende fand der Abend dann aber im Anchor Pub.


23.01.: "Es muas a Wein sein, und mir wer'n imma sein..."

23.01.: Same Band - (little bit) different location

23.01.: Dancin' Ziad

Die offizielle Welcome Party

Die ganzen offiziellen ISS-Aktivitäten des ersten Monats wurden dann am 30. Jänner mit der Welcome/Welcome Back Party eingeleitet - das erste Fest mit meiner neuen Kamera übrigens. Die war ziemlich groß aufgezogen, nach Schätzungen waren so etwa 600 Leute dort, wobei bei den richtig großen Partys, den Afterexamfesten, angeblich mehr als 1500 Studenten nach Nymble kommen.
Auch hier gabs wieder einige Eigenheiten zu bestaunen, wie den sprichwörtlichen Fetisch, überall eine Schlange bilden zu müssen. Bisher hab ich eigentlich gedacht, das würde nur auf die Briten zutreffen. Kurios wird es allerdings dann, wenn man von 21 Uhr, dem offiziellen Partybeginn, bis etwa dreiviertel Zehn warten darf und drinnen dann nach einer Ausweiskontrolle und dem Passieren der Kassa noch genau gar nichts los ist...
Aber, wenn man schon immer von schwedischen Eigenheiten spricht, könnte man natürlich auch über jene von (österreichischen) Erasmusstudenten reden - ich lass aber stattdessen einige der (schwer zensurierten) Bilder sprechen:


30.01.: Pre-party bei mir in Lappis

30.01.: Pre-party stuff um exakt SEK 210,80 bzw. € 19,70

30.01.: Wer findet mich in der Schlange?

30.01.: "queuing" - und trotzdem Spaß dabei

30.01.: Drinnen war's trotzdem lustiger

30.01.: Wenn's doch immer nur so billig wär...

30.01.: qft - "Wenn's doch immer nur so billig wär..."

30.01.: Mein holländischer Projektpartner Floris

30.01.: Pierre from New York

30.01.: Die arme Sonja war krank...

30.01.: ...wir nicht (bzw. erst am nächsten Tag)

30.01.: "Kein Kommentar"

In der gelben Villa...

Letzten Mittwoch hab ich es dann auch mal auf den Campus der Universität Stockholm geschafft, der ja von meinem Studentenwohnheim in Lappis nur etwa 5 bis 10 Gehminuten entfernt liegt. Dort gibt es ebenfalls regelmäßige Studentpubs in den sogenannten
"föreningslokalen", wobei das Allhuset und die Gula Villan zu den bekannteren zählen. Gegen 20 SEK Eintritt erwirbt man da eine "tillfälligt medlemskap", also eine vorübergehende Mitgliedschaft, und kann sich dann ein paar Biere um 25 SEK genehmigen. Musikmäßig hats auch voll meinen Geschmack getroffen und so ists auch nicht bei dem einen Bier geblieben - leider machen die aber die Bar schon gegen halb eins zu.

04.02: Gula Villan - sollte sogar für Nichtschweden zu übersetzten sein...

04.02.: 25 Kronen bringen gute Laune...

04.02.: Als Ösi allein unter Deutschen

04.02.: That's Rock'n'Roll ;-)

Mittlerweile 05.02.: ...und aus!

So, und nach so vielen Studentenfesten und -pubs, die hin und wieder mal mit dem einen oder anderen Studentenheimfest gewürzt waren, hab ich dann letztes Wochenende beschlossen, den Februar zum offiziellen "Monat des Stockholmer Nachtlebens" auszurufen. Die Stadt hat schließlich noch viel mehr zu bieten, als das klassische Studentenleben. Mehr davon aber an anderer Stelle...

Mvh, Bernhard

Freitag, 16. Januar 2009

Stadt & Leute kennenlernen...

Hej!

Ich habe in den letzten Tagen meine vorgezogenen Semesterferien genossen, nachdem meine Kurse erst ab Montag beginnen und die nächsten offiziellen Ferien (abgesehen von der Prüfungswoche zwischen 9. und 15. März) dann erst über Ostern sein werden. Und wie könnte man so eine freie Woche besser nutzen, als mal die nähere Umgebung zu erkunden und mit ein paar anderen Austauschstudenten ein bisschen um die Häuser zu ziehen?

Getting to know each other:
Die erste Möglichkeit dazu hat sich dann auch beim Eislaufen in Kungsträdgården,im Stadtzentrum von Stockholm, einer der vielen Welcome Activities von ISS, ergeben, wo sich wohl 80 - 100 Austauschstudenten eingefunden haben. Dabei durfte man dann neben einigen eiserprobten Profis auch einige KollegInnen auf dem Beginnerlevel bewundern ;-)

10.01.: Ziad versucht in seine Eislaufschuhe zu kommen

10.01.: Geschafft ;-)

10.01.: Steffi und Elisabeth aus good old Austria - rechts im Hintergrund mein Nachbar Dali aus Tunesien

10.01.: Anfänger und Fortgeschrittener bei einer Pause. Who is who?

Unter all den internationalen StudentInnen gabs natürlich auch einige österreichische Dialekte zu hören, angeblich sind insgesamt 29 ÖstereicherInnen dieses Semester auf die KTH gekommen. Nachdem wir dann Telefonnummern ausgetauscht haben, haben wir uns am gleichen Abend dann bei mir getroffen und ein paar Biere und Cider vorm Fortgehen im Gemeinschaftsraum getrunken.
Danach gings dann weiter auf mein erstes Korridorfest in Lappis und schlussendlich nach Södermalm - alles in allem ein richtig gemütlicher, netter Abend:

10.01.: Who needs a code?

10.01.: heimfest.se

10.01.: Out of beer und trotzdem fröhlich

Ja und wenn man dann mal so nette Leute aus Österreich und dem Rest der Welt kennen gelernt hat, machts umso mehr Spaß, auch die nächsten Tage bei dem einen oder anderen gepflegten Getränk in wechselnder nationaler oder internationaler Begleitung zu verbringen:

13.01.: Zsamsitzen bei Ziad

13.01.: Alessandro (ITA), Ziad (AUT) und András (HUN)

13.01.: Bernhard (AUT) wieder mal beim Wichtigmachen und mit schwerem modischem Stilbruch ;-)

Sightseeing, Sightseeing, Sightseeing...
Das darf natürlich auch nicht fehlen, wobei ich leider den City Trip der ISS verpasst hab - aber wozu gibts denn schließlich die ganzen Reiseführer? Bins aber eher gemütlich angegangen, denn immerhin kommen ja noch ein paar Leute auf Besuch und jedes Futzerl von Stockholm mag ich auch nicht 5 mal anschaun ;-)
Also hier ein paar Impressionen für die Daheimgebliebenen:

09.01.: Das Königliche Opernhaus

12.01.: Blick auf Gamla Stan vom Katharinahissen

12.01.: Auf der Fähre von Slussen nach Djurgården

12.01.: Blick auf Skeppsholmen

12.01.: Der Eingang zum Vasamuseum

14.01.: Dämmerung kurz vor 16 Uhr über Södermalm

Achja - nochwas zu euer aller Lieblingsthema: dem Wetter!
Während es in Österreich einen Minusrekord nach dem anderen gab, hats bei uns untertags beständig über 0° gehabt (allerdings machts der Wind naturgemäß um einiges kälter) und der ganze schöne Schnee ist auch schon wieder weg. Heute allerdings dürfte sich das Blatt gewendet haben und der Winter steht wieder mit strengem Frost (aktuell: -9°) vor der Tür.

Und zwischendurch auch mal eine Einführungsveranstaltung auf der Uni:
Am Dienstag war dann das "International Office Information Meeting", wo wir alle wichtigen Sachen rund um die KTH gelernt haben - insbesondere aber: "Don't pet the guard dog!!!"
Aber seht selbst ;-)

13.01.: Sachen zum Nachdenken...

Und wie sich nun die meisten denken können, waren die nächsten Tage nicht unähnlich: Ein Bier hier, ein Kaffee da und ein köngliches Schloss dort...
Aber so solls auch sein, schließlich geht ja dann nächste Woche eh auch bei mir die Uni los.

12.01.: Der Ernst des Lebens?

Mvh, Bernhard

PS: Wenns wahr ist, hab ich dann Ende nächster Woche endlich, endlich auch meine eigene Kamera zur Verfügung.